Brustrekonstruktion

Eine Rekonstruktion der Brüste kann nach Unfällen, Verbrennungen, Infektionen und gutartigen Erkrankungen der Brüste notwendig werden. Meist tritt die Fragestellung einer Brustrekonstruktion jedoch im Rahmen einer Brustkrebserkrankung auf. Statistisch erkrankt eine von neun Frauen in Deutschland im Laufe ihres Lebens an Brustkrebs. Die Behandlung der Krebserkrankung steht grundsätzlich an erster Stelle, bevor die erkrankte Brust rekonstruiert wird. Die Therapie sollte immer interdisziplinär erfolgen, d.h. nach der Erstdiagnose, die meist von den Gynäkologen gestellt wird, sollten z.B. Onkologen, Pathologen und Radiologen in die Diagnosestellung und Behandlung mit eingebunden werden, bevor die Rekonstruktion der Brust durch den Plastischen Chirurgen erfolgt. Nicht immer ist eine Rekonstruktion notwendig, sollte aber grundsätzlich durch einen Plastischen Chirurgen erfolgen, da nur dieser das gesamte Repertoire an rekonstruktiven Methoden beherrscht, inklusive der mikrochirurgischen Optionen. Nur so kann neben der onkologischen Sicherheit das individuell bestmögliche ästhetische Ergebnis erzielt werden.

  

Dr. med. Thorsten Sattler verfügt als einer von nur wenigen Plastischen Chirurgen in Norddeutschland über die Zusatzqualifikation „Brustheilkunde (Senologie)“ und ist Mitglied der „Deutschen Gesellschaft für Senologie (DGS)“. Er beherrscht sämtliche gängigen Rekonstruktionsverfahren der Brüste, inklusive der Mikrochirurgie. Diese sehr fortgeschrittenen Techniken hat er an großen universitären Brustzentren in Deutschland, Nordamerika und Japan perfektioniert und hat in Großbritannien eine Auszeichnung für seine mikrochirurgischen Fertigkeiten erhalten.

Übersicht

  1. Vor Ihrer Operation
  2. Operationsmethoden
    1. Brustrekonstruktion durch Brustimplantate
    2. Brustrekonstruktion durch Expander gefolgt von Brustimplantaten
    3. Brustrekonstruktion durch Eigenfetttransfer
    4. Brustrekonstruktion durch eine „gestielte“ Lappenplastik
    5. Brustrekonstruktion durch eine „freie“ Lappenplastik
    6. Behandlung der anderen „gesunden“ Brust
    7. Rekonstruktion von Brustwarze und Brustwarzenvorhof
  3. Resultate
  4. Nachbehandlung
  5. Häufig gestellte Fragen zur Brustrekonstruktion:
    1. Kann eine Brustrekonstruktion mit anderen Eingriffen kombiniert werden?
    2. Kann eine Brustrekonstruktion mehrfach wiederholt werden?
    3. Ist eine perfekte Symmetrie meiner Brüste möglich?
    4. Ist meine Behandlung nach der Brustrekonstruktion abgeschlossen?

1) Vor Ihrer Operation

Nicht jede Brust muss nach einer Brustkrebserkrankung rekonstruiert werden und nicht alle Frauen wünschen einen solchen Eingriff. Manchmal ist ein Brustaufbau auch nicht sinnvoll, z.B. bei weit fortgeschrittener Krebserkrankung mit schlechtem Allgemeinzustand der Patientin. In den meisten Fällen ist ein Brustaufbau jedoch möglich und sinnvoll. Der Busen ist für die allermeisten Frauen ein Teil der eigenen Identität, ist wichtig für das Selbstwertgefühl, das eigene Körperschema und nicht zuletzt auch für die Sexualität. Gerade bei jungen Patientinnen spielen auch modische Aspekte, Sport und der Besuch von Sammelumkleiden und Gemeinschaftsduschen, z.B. in Fitnessstudios, eine Rolle. Keiner Frau sollte der Zugang zu einer qualifizierten Brustrekonstruktion durch einen Plastischen Chirurgen verwehrt werden, wenn eine entsprechende Operation gewünscht ist. Die Krankenkassen übernehmen in der Regel die Kosten einer Brustrekonstruktion, eine Zusage der Kostenübernahme durch die Krankenkasse sollte vor einer geplanten Operation aber grundsätzlich eingeholt werden. Dies gilt insbesondere auch für diejenigen Fälle, bei denen keine Krebserkrankung die Grundlage für die Notwendigkeit einer Brustrekonstruktion darstellt.

Vor der Operation muss das Ausmaß der Krebserkrankung multidisziplinär genau analysiert werden (sogenanntes „Staging“), um die lokale Ausbreitung der Krebserkrankung zu bestimmen. Auch ist es wichtig für eine gezielte Therapie, schon evtl. vorhandene Metastasen bzw. den Befall von Lymphknoten so früh wie möglich zu erkennen. Die entsprechenden Befunde werden dann in einem interdisziplinären Team von Spezialisten der jeweiligen Fachgebiete besprochen und die für diesen speziellen Fall beste Therapie vorgeschlagen. Sollte z.B. eine Chemo- oder Strahlentherapie nötig sein, so ist es wichtig, die entsprechende Brustrekonstruktion mit den anderen Ärzten abzustimmen, um das bestmögliche Ergebnis zu erzielen, aber um gleichzeitig auch dem Krebs mit höchster Effizienz entgegenzutreten und so die individuelle Prognose der erkrankten Patientin bestmöglich zu gestalten.

Dr. med. Thorsten Sattler führt mit Ihnen vor einem operativen Eingriff meist zwei sehr ausführliche Beratungsgespräch von jeweils ein- bis zweistündiger Dauer und untersucht Sie persönlich. Zu diesen Terminen sollten Sie sämtliche vorhandenen Befunde, Unterlagen, Bilder, OP-Berichte etc. mitbringen. Da jeder Mensch einzigartig bezüglich seiner Anatomie und seinen Wünschen ist und eine Krebserkrankung individuell sehr unterschiedlich verlaufen kann, wird für Sie ein persönlicher Behandlungsplan erstellt, der auf den neuesten Methoden und Erkenntnissen der Plastischen Chirurgie basiert. Fotografien werden angefertigt und anhand von Zeichnungen und Fotos der Eingriff im Detail erklärt. Auch Limitationen, mögliche Risiken und alternative Behandlungsmethoden wird Dr. Sattler mit Ihnen diskutieren und einen individuellen Nachbehandlungsplan mit Ihnen erstellen.

Hauptziel einer Brustrekonstruktion ist es, relativ symmetrische Brüste zu schaffen, so dass modische enge Kleidung wieder getragen werden kann, ohne aufgesetzte Prothesen tragen zu müssen und somit die Lebensqualität steigt.

Um das bestmögliche ästhetische Ergebnis zu erzielen, kann eine Brustrekonstruktion mit anderen Eingriffen kombiniert werden, wie z.B. einer Brustverkleinerung oder Bruststraffung der anderen (gesunden) Brust. Auch die Brustwarze der operierten Brust kann rekonstruiert werden, wenn im Zuge der Krebsbehandlung die ursprüngliche Brustwarze nicht erhalten werden konnte.

Eine ausgewogene gesunde Ernährung mit ausreichender Proteinaufnahme ist sehr wichtig für eine gute und schnelle Wundheilung. Da Dr. Sattler nicht nur Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie, sondern auch Ernährungsmediziner ist, wird er Sie auch diesbezüglich beraten. Stehen partnerschaftliche Probleme oder Störungen der sexuellen Identität im Raum, so kann Dr. Sattler Sie auch diesbezüglich beraten, da er ebenfalls über die Zusatzqualifikation Sexualmedizin verfügt.

2) Operationsmethoden

Nur sichere und moderne Operationsmethoden kommen zum Einsatz. Eine Brustrekonstruktion in Hamburg wird in Vollnarkose durchgeführt, ein Klinikaufenthalt für mehrere Tage ist meist erforderlich.

Sehr viele verschiedene Techniken zur Durchführung einer Brustrekonstruktion sind bekannt und haben sich bewährt. Die für Sie beste und sicherste Operationsmethode wird gewählt, abhängig von Anatomie, Ausmaß der Erkrankung, Gesundheitszustand, Prognose sowie Ihren Zielen und Wünschen. Jedes Operationsverfahren hat seine Vor- und Nachteile. Individuell und nach ausführlicher Aufklärung wird zusammen entschieden, welche Technik für Sie gewählt werden soll.

Die Operationsmethoden sind teilweise sehr komplex und nicht vollumfänglich an dieser Stelle darstellbar. Auf Brustbiopsien, die Tumorentfernung an sich, eine evtl. Lymphknoten- oder Metastasenentfernung kann und soll im Rahmen dieses kurzen Überblicks nicht eingegangen werden. Auf die onkologischen, radiologischen, pathologischen und strahlentherapeutischen Aspekte ebenfalls nicht. Verschiedene Techniken der Brustrekonstruktion sollen hingegen in stark verkürzter Form und ohne Anspruch auf Vollständigkeit Erwähnung finden, um betroffenen Patientinnen zu verdeutlichen, dass bei fast jeder Frau eine Brustrekonstruktion möglich ist, wenn sie es denn wünscht und der Gesundheitszustand es zulässt.

a) Brustrekonstruktion durch Brustimplantate

Diese Methode scheint zunächst die einfachste zu sein, kommt aber nur selten in Frage. Einerseits muss der Hautmantel weit genug und dehnbar sein, um das Implantat aufnehmen zu können, andererseits muss die Haut von guter Qualität sein, was nach einer evtl. stattgefundenen Bestrahlung meist nicht der Fall ist. Eine gute Symmetrie zur Gegenseite ist oft nur dann zu erzielen, wenn auch auf der Gegenseite ein (kleineres) Implantat eingebracht wird. Ein zusätzlicher Eigenfetttransfer kann Asymmetrien ausgleichen und die Hautqualität verbessern. Es kommt nach einer Brustrekonstruktion mit Implantaten häufiger zu Wundheilungsstörungen, Infektionen und Kapselfibrosen, als dies nach einem Aufbau der Brüste mit Brustimplantaten aus rein ästhetischen Gründen der Fall ist. Die Vorteile einer Brustrekonstruktion mit Implantaten liegen in der Kürze des Eingriffs, der nur mit wenig Blutverlust, kurzen Narben, kurzem Krankenhausaufenthalt, meist relativ wenig Schmerzen und einer oft raschen Erholung verbunden ist.

b) Brustrekonstruktion durch Expander gefolgt von Brustimplantaten

Durch einen Expander kann zu straffes Gewebe vorgedehnt werden, bevor ein Implantat eingebracht wird. Ein Expander ist wie ein Ballon, der über ein Ventil sukzessive mit Kochsalzlösung aufgefüllt wird, bis der Hautmantel ausreichend gedehnt ist. Der Expander wird dann in einer zweiten Operation entfernt und das definitive Brustimplantat an seiner Stelle eingebracht. Das Implantat kann zusätzlich in eine spezielle Matrix eingebettet werden, wobei dieses Verfahren auch Probleme mit sich bringen kann, da ein zusätzlicher Fremdkörper in meist schlecht durchblutetes Gewebe eingebracht wird. Die Risiken und Limitationen dieses Verfahrens sind denen in Punkt a) beschriebenen ähnlich.

c) Brustrekonstruktion durch Eigenfetttransfer

Ist der Hautmantel der erkrankten Brust dehnbar genug und von guter Qualität, so kann ein Eigenfetttransfer durchgeführt werden. Das zu erreichende zusätzliche Volumen im Rahmen eines Eigenfetttransfers ist im Idealfall etwa eine Körbchengröße, meist jedoch deutlich weniger. Daher bietet es sich an, diese Methode zu verwenden, wenn die andere Brust relativ klein ist. Der Eigenfetttransfer kann mehrfach wiederholt werden, um das Volumen der operierten Brust sukzessive dem der gesunden Brust anzugleichen. Natürlich kann auch die größere Brust verkleinert bzw. gestrafft werden, um die Symmetrie zu optimieren. Der Vorteil eines Eigenfetttransfers ist, dass nur körpereigenes Material verwendet wird und außerdem geschädigte Haut, z.B. nach Strahlentherapie, sich durch die Stammzellen im transferierten Eigenfett erholt. Der Nachteil ist, dass unter Umständen mehrere Operationen notwendig sind, um das Zielvolumen zu erreichen. Grundsätzlich muss natürlich genug Fettgewebe vorhanden sein, um dieses transferieren zu können. Dies ist nach einer Chemotherapie nicht immer der Fall. Sollte überschüssiges Fettgewebe vorhanden sein, so werden nicht nur die Brüste symmetrischer durch den Eigenfetttransfer, sondern auch die Körpersilhouette wird sich verbessern, wenn z.B. an Bauch, Taille und Oberschenkeln Fett abgesaugt wird. Ein weiterer Vorteil des Eigenfetttransfers ist, dass die zurückbleibenden Narben sehr klein sind und meist nur ein kurzer Krankenhausaufenthalt ohne intensivmedizinische Überwachung notwendig ist.

d) Brustrekonstruktion durch eine „gestielte“ Lappenplastik

Bei diesem Transfer von Eigengewebe wird Gewebe von einer Stelle des Körpers an einem Gefäßstiel zu der zu rekonstruierenden Brust geschwenkt. Früher wurde dazu oft ein Teil des Bauchmuskels „geopfert“ und mitsamt dem darüber liegenden Weichteilen nach oben geschlagen. Diese Methode gilt unter gut ausgebildeten Plastischen Chirurgen mittlerweile als veraltet und wird von Dr. Sattler daher auch nicht angewendet. Leider wird diese Technik in einigen Foren immer noch propagiert, obwohl erhebliche Nachteile für die Patientinnen bestehen, wie z.B. häufige Durchblutungsstörungen des umgeschlagenen Gewebes, Konturprobleme an der Umschlagstelle sowie eine spürbare Bauchwandschwäche, da ein Teil der für die Stabilität des Rumpfes wichtigen Bauchmuskulatur geopfert wurde. Die wesentlich bessere Alternative ist es, den großen Rückenmuskel mitsamt einer Hautspindel unter der Achselhöhle entlang nach vorne zu führen, um aus dem Muskelgewebe eine neue Brust zu formen. Die Brustwarze kann in einer zweiten Operation rekonstruiert werden. Sollte der Muskel zu klein sein, um eine gute Symmetrie zur Gegenseite zu erzielen, so kann zusätzlich unter den Muskel ein Brustimplantat eingelegt werden. Der Vorteil des Transfers des großen Rückenmuskels ist, dass diese Operation sehr sicher ist und gute Ergebnisse liefert. Nachteilig ist eine relativ große zusätzliche Narbe am Rücken.

e) Brustrekonstruktion durch eine „freie“ Lappenplastik

Heutzutage gilt der Aufbau der Brust durch eine sogenannte „freie“ Lappenplastik als Goldstandard, zumindest in den reichen Industrienationen. Diese mikrochirurgischen Techniken erfordern allerdings auch eine deutlich längere Operationsdauer, ein speziell ausgestattetes Krankenhaus mit Intensivstation, einen längeren Krankenhausaufenthalt der Patientinnen und ein sehr gut ausgebildetes Team von Anästhesisten, Schwestern und Operateuren. Der materielle und personelle Aufwand ist erheblich. Die Operationstechnik ist aufwendig, ein teures Operationsmikroskop und spezifische mikrochirurgische Instrumente sind erforderlich. In England wird dieses Verfahren daher z.Zt. nicht mehr jedem Patienten angeboten. Der Mikrochirurg, fast immer ein Plastischer Chirurg, muss sehr umfassend ausgebildet sein und eine Vielzahl an mikrochirurgischen Verfahren beherrschen, um auch innerhalb der geplanten Operation das Verfahren wechseln zu können, wenn sich die Gefäße als zu schlecht, zu kurz oder zu klein im Durchmesser erweisen. Bei einer „freien“ Lappenplastik wird ein Stück Gewebe am Körper entnommen und dann zur Brust hin verpflanzt. Sämtliche Blutgefäße dieses Gewebestücks werden im Zuge dieses Transfers gekappt. Die durchgeschnittenen Blutgefäße werden dann später an Gefäße im Bereich der Brust wieder mikrochirurgisch angeschlossen, meist an Gefäße nahe des Brustbeins oder der Achsel. Es kann z.B. Gewebe vom Unterbauch entnommen werden, ohne die Bauchmuskeln opfern zu müssen. So bleibt die Stabilität des Rumpfes erhalten und eine Bauchstraffung ist ein schöner Nebeneffekt nach Verschluss der Entnahmestelle. Es entsteht allerdings eine Narbe am Unterbauch. Sollte dies nicht gewünscht sein, so kann Gewebe z.B. auch vom Gesäß oder Oberschenkel entnommen werden. Dr. Sattler benutzt sehr gerne einen speziellen Gewebetransfer vom Oberschenkel, dies ist aber meist nur zur Rekonstruktion einer relativ kleinen Brust sinnvoll. Viele verschiedene Entnahmestellen sind in der Fachliteratur beschrieben. Allen ist gemein, dass der Schwierigkeitsgrad und somit die Versagerquote zunimmt, je kleiner und kürzer die Blutgefäße des entnommenen Gewebes werden, je schlechter die Empfängergefäße sind (z.B. nach Bestrahlung und Chemotherapie) und je mehr Voroperationen stattgefunden haben, da vernarbtes Gewebe schlecht durchblutet ist und wichtige Blutgefäße möglicherweise schon im Vorfeld zerstört wurden. Bei weit fortgeschrittener Erkrankung mit schlechtem Allgemeinzustand der Patientin und pessimistischer Prognose wird meist von mikrochirurgischen Verfahren abgesehen. Ebenso bei Rauchern, da Nikotin die Gefäße schädigt und das Operationsergebnis unvorhersehbar wird. Der Vorteil der mikrochirurgischen Techniken ist, dass nur körpereigenes Gewebe verwendet wird und die Muskulatur in der Regel nicht oder nur kaum geschwächt wird.

f) Behandlung der anderen „gesunden“ Brust

Der menschliche Körper ist nicht symmetrisch, auch nicht die Brüste einer Frau. Wurde im Zuge einer Krebserkrankung eine Brust operiert, so verstärkt sich diese Asymmetrie meist noch. Diverse Techniken zum Brustaufbau sind bekannt, den meisten ist jedoch gemein, dass keine sehr großen Brüste rekonstruiert werden können, bzw. die Form der rekonstruierten Brust von der anderen Brust abweicht. Es ist daher oft sinnvoll die „gesunde“ Brust der operierten Brust anzugleichen, z.B. durch eine Bruststraffung oder Brustverkleinerung, um die Symmetrie zu optimieren. Zumindest in Unterwäsche und beim Tragen von enger Kleidung sehen dann die Brüste im Idealfall sehr ähnlich aus und für die Umwelt der Patientinnen ist nicht erkennbar, dass eine Brustkrebserkrankung vorlag. Im entkleideten Zustand wird meist eine zumindest kleine Abweichung der Brustform vorliegen, da z.B. der Narbenverlauf einer Brustrekonstruktion praktisch nie mit dem Narbenverlauf nach einer Bruststraffung identisch ist. Unterschiede im Brustvolumen können meist durch einen Eigenfetttransfer ausgeglichen werden, dazu bedarf es ggf. weiterer Eingriffe.

g) Rekonstruktion von Brustwarze und Brustwarzenvorhof

Nach der Rekonstruktion der Brust kann die Brustwarze in einem weiteren Eingriff rekonstruiert werden, in Spezialfällen ist dies auch im gleichen Eingriff möglich. Die Brustwarze mitsamt Brustwarzenvorhöfen zu rekonstruieren, ist für die Symmetrie und das Gesamtbild der entkleideten Brust sehr vorteilhaft. Brustwarze und Brustwarzenvorhof können durch lokale Verschiebeplastiken von ortsständigem Gewebe rekonstruiert werden. Manchmal bietet es sich auch an, die Gegenseite als Spender zu benutzen, insbesondere bei Brüsten mit großen Höfen bzw. Brustwarzen. Es kann auch pigmentiertes Gewebe an ganz anderer Stelle entnommen und verpflanzt werden, um die Pigmentierung der Brustwarzen nachzuempfinden. Dafür bieten sich die Leiste oder auch die Schamlippen an. Insbesondere letztere sind sehr gut geeignet, da die Narben später quasi unsichtbar sind.

Da es sehr viele verschiedene Operationstechniken und Kombinationen verschiedener Methoden gibt, wird Dr. Sattler vor dem Eingriff genau mit Ihnen besprechen, mit welchen Techniken Ihre Ziele und Wünsche am besten und sichersten umgesetzt werden können. Meist sind zwei Beratungen von jeweils ein- bis zweistündiger Dauer erforderlich. Dr. Sattler beherrscht alle oben genannten Techniken und kann Ihnen daher das gesamte Repertoire der gängigen rekonstruktiven Methoden anbieten, inkl. Perforatorlappen (z.B. DIEP- und ALT-Lappen), der schwierigsten Form des mikrochirurgischen Transfers von Eigengewebe.

3) Resultate

Die Komplexität des Themas Brustrekonstruktion lässt sich nicht im Rahmen von Ausführungen eines Textes wie diesem in seiner Gänze erfassen. Daher wird absichtlich auf Patientenbilder verzichtet, da die chirurgische Ausgangssituation, individuelle Schwere der Erkrankung und die dann gewählten rekonstruktiven Techniken zu unterschiedlich sind. Die Ergebnisse könnten durch den Laien schlichtweg nicht richtig eingeordnet werden. Da wir aus rechtlichen Gründen an dieser Stelle keine Vorher-/Nachher Bilder zeigen dürfen, würde dieses Problem noch zusätzlich verstärkt werden. Fotos können Ihnen natürlich gezeigt werden im Rahmen einer persönlichen Beratung durch Herrn Dr. Sattler.

4) Nach Ihrer Operation

Ein Klinikaufenthalt für mehrere Nächte ist nach einer Brustrekonstruktion meist erforderlich, nach freiem Gewebetransfer zunächst auch auf einer Intensivstation zur optimalen Überwachung von rekonstruierter Brust und Patient. Die Nachbehandlungsschemata sind je nach gewähltem rekonstruktivem Verfahren sehr unterschiedlich und können an dieser Stelle daher nicht für alle Situationen durchgespielt werden. Dr. Sattler wird Sie im Rahmen Ihrer persönlichen Beratung und Betreuung aber genau über die Abläufe nach Ihrer Operation informieren.

Um die Wundheilung zu unterstützen und die erzielten Ergebnisse bestmöglich zu erhalten, sollte auf eine ausgewogene und gesunde Ernährung geachtet und auf Alkohol und Nikotin ganz verzichtet werden.

Es ist dringend erforderlich bei einer Krebserkrankung die Nachuntersuchungsintervalle minutiös einzuhalten und Auffälligkeiten den behandelnden Ärzten sofort zu melden, damit eine fortschreitende Erkrankung, ein Rezidiv oder eine Erkrankungen der zweiten Brust schnellstmöglich erkannt werden kann!

5) Häufig gestellte Fragen zur Brustrekonstruktion

a) Kann eine Brustrekonstruktion mit anderen Eingriffen kombiniert werden?

Wird die Brust durch einen Eigenfetttransfer rekonstruiert, so wird das Fett von Köperpartien entnommen, die Fettreserven aufweisen, wie z.B. Bauch, Taille und Oberschenkel. Als Nebeneffekt der Brustrekonstruktion wird dadurch die Körpersilhouette an den Entnahmestellen verbessert und eher kleine Brüste kommen insgesamt besser zur Geltung. Ist die Brust auf der Gegenseite sehr groß oder erschlafft, so kann eine Straffung oder Verkleinerung dieser Brust das Gesamtergebnis bezüglich der Symmetrie deutlich verbessern. Krankenkassen zahlen solche angleichenden Eingriffe in der Regel, aber es sollte grundsätzlich vor der Operation eine Zusage der Kostenübernahme durch die Krankenkasse eingeholt werden.

b) Kann eine Brustrekonstruktion mehrfach wiederholt werden?

Gelingt ein Brustaufbau nicht, aus welchen Gründen auch immer, so gibt es praktisch immer Alternativmethoden, die angewandt werden können. Ist die Brustrekonstruktion gelungen, aber die Brust erscheint noch zu klein, so kann mittels eines Eigenfetttransfers die Brust noch weiter vergrößert werden. Bei implantatbasierter Rekonstruktion kann manchmal auch ein größeres Implantat eingesetzt werden, dies erhöht allerdings das Risiko für eine Wundheilungsstörung, Infektion oder Kapselfibrose und ist daher meist nicht ratsam. Eine Angleichung der Gegenseite durch Bruststraffung oder Brustverkleinerung ist in diesen Fällen oft die bessere Option.

c) Ist eine perfekte Symmetrie meiner Brüste möglich?

Der menschliche Körper ist nicht symmetrisch, ebenso wenig die Brüste einer Frau. Wurde im Zuge einer Krebserkrankung eine Brust operiert, so verstärkt sich diese Asymmetrie oft noch weiter. Rekonstruierte Brüste sind meist kleiner als die ursprüngliche Brust und können auch eine andere Form aufweisen. Insbesondere nach Bestrahlung weisen Haut und Gewebe strukturelle Veränderungen auf, die nicht rückgängig gemacht werden können. Es kann daher sinnvoll sein, die Gegenseite anzugleichen, z.B. durch eine Bruststraffung oder Brustverkleinerung. So kann die Symmetrie verbessert werden, diese wird aber nie perfekt sein, schon wegen der unterschiedlichen Schnittführungen und der damit einhergehenden Narben. Beim Tragen von enger Kleidung sehen die Brüste im Idealfall sehr ähnlich aus und für die Umwelt ist dann nicht erkennbar, dass eine Brustkrebserkrankung vorlag.

d) Ist meine Behandlung nach der Brustrekonstruktion abgeschlossen?

Nein, es ist dringend erforderlich bei einer Brustkrebserkrankung die Nachuntersuchungsintervalle bei Ihrem Gynäkologen, Onkologen und Radiologen minutiös einzuhalten, auch wenn die plastisch-chirurgische Behandlung schon abgeschlossen sein sollte. Melden Sie Auffälligkeiten den behandelnden Ärzten sofort, auch wenn noch kein offizieller Nachuntersuchungstermin ansteht, damit ein Fortschreiten der Erkrankung, ein Rezidiv oder ein Befall der zweiten Brust schnellstmöglich erkannt werden und Sie innerhalb kürzester Zeit einer adäquaten Therapie zugeführt werden können!